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Auf
fast allen seinen Wegen begleitet die Fröschengruppe den amtierenden
Zunftmeister. Spasseshalber wird sie deshalb auch die «Leibgarde» des
Fröschenoberhauptes genannt.
Der
Ursprung der Fröschengruppe geht auf das Jahr 1953 zurück. Die «Ebeler
Fasnächtler», Vorläufer der «Fröschenzunft», geben sich ein
Oberhaupt, «Froschkönig» genannt. Zwei Ehrendamen und vier kleine Frösche
bilden den Hofstaat.

Dem
Fröschenquartett anzugehören war damals eine ehrenvolle Aufgabe. Meist
bekleideten Buben dieses Amt, die vor Jahresfrist ihre erste Kommunion
gefeiert hatten.
1965
plant die Fasnachtsgesellschaft Baar ein Brauchtums‑ und
Maskentreffen. Die Fröschenzunft erhält aus der Räbemetropole eine
Einladung zur Teilnahme am Umzug. Das «Aufgebot» bereitet dem
Zunftvorstand aber einiges Kopfzerbrechen: Die Baarer erwarten nicht einen
Umzugswagen, sondern
eine Maskengruppe, und Ebel kann mit dem Zunftmeister und Gefolge nur
einen bescheidenen Beitrag leisten. Zu diesem Umstand kommen noch
finanzielle Probleme dazu. Für «Extra-Auslagen» fehlt der Zunft zu
diesem Zeitpunkt das nötige Geld.

Fröschenzunft
und Fasnachtsgesellschaft finden nach langen Diskussionen eine Lösung:
Die Zunft soll eine Vergrösserung der Fröschengruppe in die Wege leiten.
Den finanziellen Aufwand teilen sich die beiden Organisationen
untereinander. Dank Eigenleistungen halten sich die Kosten dann auch in
Grenzen.
Zum
angekündigten Brauchtums- und Maskentreffen kommt es 1966 aber nicht.
Eine Maul- und Klauenseuche-Epidemie zwingt die Organisatoren, den
Grossanlass abzusagen. Ein Jahr später geht dann die Maskerade über die
Bühne; ohne die Ebeler Frösche. Mangelnde Kommunikation war damals
der Grund für die Absenz,
die dann auch zu einem Nachspiel führt (siehe Chronik).
Um
die Fröschengruppe wurde es danach ruhig, bis 1971 der damalige
Zeremonius Kurt Sidler eine Reaktivierung in die Wege leitet. Die
Finanzierungsfrage wird wieder zum heiklen Thema. Der Initiant glaubt,
vom Fröschenloch‑Reingewinn einen Teil für das Vorhaben abzweigen
zu können. Dieses Unternehmen arbeitet 1971 jedoch defizitär. Trotzdem
sind die Pläne für eine «neue» Fröschengruppe dadurch nicht umsonst:
Dank des Elans des Zunftnachwuchses, der durch grossartige
Eigenleistungen die Kosten tief halten kann und dank dem Vorstand, der
den Materialaufwand berappt. Hansruedi Nussbaum (Zunftmeister von 1995)
wird Leiter der Gruppe.
Ein
kaum zu bremsender Tatendrang erfasst damals das Fröschenkollektiv. Nach
Abschluss der Näharbeiten für die Kostüme und nach dem letzten Pinselstrich
an den Masken wird eine weitere Etappe in Angriff genommen: Ein «Mega-Fröschengrind»
und ein neuer Zunftmeisterwagen entstehen nach den Plänen von Rolf
Hartmann, respektive Hansruedi Nussbaum.
Im
Zunftvorstand ist man über die Dynamik der Fröschengruppe
unterschiedlicher Meinung. Hinter vorgehaltener Hand werden Befürchtungen
verbalisiert, dass sich die Gruppe vom Stammverein ablösen könnte und
dadurch für die Zunft eine Konkurrenz entstehen würde.
Misstrauisch
begegnen sich Vorstand und Fröschengruppe. Es wird im Vorstand sogar
die Frage diskutiert, ob dem Zunftmeistergefolge weiterhin «Frösche»
angehören sollen. Der Entscheid fällt dann doch zugunsten der Frösche
aus. Allerdings kehrt dadurch noch keine endgültige Ruhe ins Gefüge
Zunft und Fröschengruppe ein. Immer wieder flammen Querelen auf, geben
sich Vertreter der Zunft und der Fröschengruppe Rede-Duelle.
1981
wird von Doris Hegglin, Jacqueline Grosjean, Werner Jauch und Paul
Nussbaum ein Neubeginn lanciert. Diese Gruppe leitet sogleich eine Neueinkleidung
der Frösche in die Wege. Ein Weiterer «Tenüwechsel» findet im Jahr
1987 unter Annelies Rust statt. Sie hatte 1984 die Gruppe übernommen. 20
grosse und 25 kleine «Fröschengrinden» kosteten damals annähernd 5000
Franken. Für die Fröschengewänder setzte sich die Gruppe selber an
die Nähmaschinen. Rund 10000 Franken kostet damals die gesamte
Neueinkleidung. An der Fasnacht 1988 konnten die Frösche in den gelbgrünen
«Kombis» dann bewundert werden.

1992
geht die Leitung der Fröschengruppe an Claudia und Beat Oeschger-Röllin
über.
Während
die Geschichte der Fröschengruppe von zahlreichen Hochs und Tiefs
gezeichnet wird, ist die achtjährige Amtszeit von Annelies Rust durch
Beständigkeit geprägt. Auf diesem Pfad weitergehen wollen auch Claudia
und Beat Oeschger. Ihnen steht 1994 auch eine Neueinkleidung ins Haus. Im
bestehenden Kostümfundus fehlen vor allem die grossen Grössen. Auch das
anstehende Jubiläumsjahr der Zunft ist mit ein Grund für das neue
Outfit. Nachdem die bisherigen Kleider im «Overall-Stil» genäht
worden sind, entscheidet sich die Gruppe für einen «Mehrteiler» mit
Frack, Hemd, Kummerbund und roter «Fliege». Aber nicht ab der Stange
erstehen sich die Frösche ihre Kleider, in zahllosen Frondienst-Stunden,
im Thomaszentrum in Baar-Inwil, werden die Kostüme, unter der Leitung von
Claudia Oeschger, genäht.

Die
Gruppe kann, auch dank den Werbebemühungen der neuen Leiter, mit einem
vollzähligen Mitglieder-Bestand von 21 Erwachsenen und neun Kindern ins
Jubiläumsjahr gehen. Ohnehin wird sich durch das Jubiläum «50 Jahre Fröschenzunft»
von 1995 die Zahl der Einsätze gegenüber einem «Normaljahr»
vervielfachen.

Für
die Fröschengruppe stehen aber nicht nur die fasnächtlichen Aktivitäten
im Vordergrund. Mit verschiedenen gesellschaftlichen Anlässen während
des Jahres macht die Gruppe deutlich, dass ihr Kameradschaft und
Frohsinn sehr am Herzen liegt.
Im Jahre 2000 kleidete sich die Fröschengruppe
neu ein. (siehe Foto unten)


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