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In
der Zunft ist es kein Geheimnis: Fröschenbeine landeten früher dann und
wann in der Pfanne der Zünftler. Froschschenkel wurden jeweils auch dem
inthronisierten Räbevater als Geschenk übergeben und, fritiert im
Bierteig, als Leckerbissen in den Fröschenlochbeizen verspiesen.
Uneinigkeit
herrscht 1987, ob im Fröschenloch wieder Fröschenbeine serviert werden
sollen oder nicht. Weil zu dieser Zeit in bezug auf den Tierschutz ein
Umdenken stattfindet, gehen die Meinungen auseinander. Die Mehrheit setzt
sich dann für ein Fröschenloch ohne Froschschenkel ein, und der
Entscheid wird in demokratischer Art und Weise auch akzeptiert.
Der
Hilferuf eines Automobilisten bei Wani Nigg löst aus, dass sich dann ein
Grüppchen Zünftler und Zünftlerinnen in den Dienst der Amphibien
stellt. Täglich befährt besagter Automobilist die Ebertswilerstrasse. Im
Bereich der Deponie Tännlimoos wird er jeweils zu Zeiten der
Laichwanderungen, vor allem nach dem Einnachten, Zeuge, wie
Hundertschaften Frösche und Kröten von Fahrzeugen überrollt werden.

Wani
Nigg schaltet schnell und sucht für den Tierschutz eingestellte Leute.
Sie bauen im Tännlimoos, in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund, 1989
den ersten Schutzzaun. Damit die zurückgehaltenen Amphibien dem Zaun
entlang nicht endlos nach einem Ausgang suchen müssen, werden im Abstand
von 10 Metern bodengleich Kübel in die Erde gegraben. Wohl oder übel
findet die Laichwanderung in den Behältnissen ein vorläufiges Ende. Am
frühen Morgen werden die eingeschlossenen Kröten und Frösche von
Zunftfrauen aus ihrer nicht ganz gemütlichen Lage befreit und über die
Strasse an einen sicheren Ort, in der Nähe des Laichgewässers, getragen.
In
den ersten Jahren des Einsatzes beeindruckt der Erfolg: 1000 und mehr
Tiere sammelten sich pro Saison, allein im Tännlimoos, in den Behältnissen.
Kontinuierlich sinkt diese Zahl bis auf einige wenige Tiere im Jahre 1993.
Gegen
Ende des Sommers 1993 wird endlich realisiert, wovon schon lange die Rede
war. Die Gebrüder Risi, Betreiber der Deponie Tännlimoos und der Kanton
Zug bauen gemeinsam oberhalb der Ebertswilerstrasse ein Ersatzbiotop. Am
19. August wird der neue Amphibien-Lebensraum dem WWF und dem Gugermöndli-Verein
übergeben.
Bereits
im nächsten Frühling suchen Frösche und Kröten in grosser Zahl das Gewässer
auf, und die «Gugermöndlis» reagieren euphorisch auf den Erfolg. Was
aber so vielversprechend beginnt, setzt Neben der Arbeit pflegen die «Gugermöndlis»
auch sich 1994 nicht fort. Kaum sichtbares Leben ist im gerne die
Geselligkeit. Weiher zu entdecken. Zu hoffen bleibt nur, dass die Zeit
Wunden heilt, und sich die Amphibienpopulationen
wieder regenerieren werden.
Der
zweite Schwerpunkt des Betreuereinsatzes befindet sich im Hegiwald, in den
Bereichen Leiloch und Schwimmverein-Clubhütte. Erfreulicherweise konnten
dort im vergangenen Jahr mehrere hundert Frösche und Kröten, mit dem
Hagbau und den Lotsendiensten, vor dem sicheren Strassentod bewahrt
werden.
1993
schliesst sich diese Gruppe engagierter Leute zum Verein Gugermöndli
(Zuger Mundart für Kaulquappe) zusammen. Marlies Lacher wird im Rahmen
der Gründungsversammlung zur ersten Präsidentin gewählt. Jährlich
leistet die Gruppe durchschnittlich 200 Stunden Frondienstarbeit. Dabei
erstreckt sich der Aufgabenkatalog nicht nur auf den Hagbau und die
Lotsendienste. Sobald die Laichwanderung beendet ist, müssen, im
Interesse der Landwirtschaft, die Schutzzäune wieder entfernt werden.
Neben
der Arbeit pflegen die «Gugermöndlis»
auch gerne Geselligkeit.
Die
Generalversammlung bietet im Anschluss an die
traktandierten Geschäfte gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch
und zur Gemütlichkeit.
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